Aus politikwissenschaftlicher Sicht

Das Phänomen Macht

Ist Macht ein allgemeines Element der Conditio Humana?

 23. Mai 2024, 19:00 Uhr im Morsbacher Kultur-Bahnhof.

Prof. Dr. Ulrike Guérot 

Professorin für Politikwissenschaft

https://www.ulrike-guerot.de/

Foto: Marc Bernot

Warum lassen sich so Viele so einfach von so Wenigen beherrschen? Die Politikwissenschaft beschreibt die unterschiedlichen Prozesse der Machtbildung, der Machtmittel und Stufen der Institutionalisierung von Macht. In vielen szenischen Beschreibungen kommt Macht schlicht als „das Recht des Stärkeren“ daher. Das gilt nicht nur in zwischenmenschlichen Beziehungen, sondern auch und besonders in politischen Prozessen. Der Begriff der Macht ist also notwendigerweise mit Reflexionen über menschliche Aggression und Gewalt verknüpft. Diese einzudämmen ist die eigentliche Funktion des Rechtsstaates. 

Aber worin liegen die heutigen Instrumente direkter und sublimierter Machtausübung? Die Betrachtung dieser Frage knüpft an die Feststellungen des Soziologen Niklas Luhmann an. Wenn die Gesellschaft letztendlich Kommunikation ist, dann ist die Herrschaft über die Kommunikation die eigentliche Form der Ausübung der Macht. Das bekommt  im Zeitalter von Algorithmen, ChatGPT, KI eine fast radikale neue Dimension. Wer Zugriff auf die Deutung der Welt hat, beherrscht sie. 


AUSVERKAUFT


Eintritt: Vorverkauf / Vorbestellung 15,00€
             Abendkasse 20,00€

Karten und Vorbestellungen sind über den BUCHLADEN LESEBUCH, Bahnhofstr.8 in Morsbach erhältlich. Gerne auch telefonisch unter 02294 993899 oder per E-Mail [email protected]

Aus naturwissenschaftlicher Sicht 

Das Phänomen Macht

Das Gesetz der Herde. Über Macht und Unterwerfung bei Mensch und Tier 

20. Juni 2024, 19:00 Uhr im Morsbacher Kultur-Bahnhof.

Prof. Dr. Gerd Ganteför 

Professor für Experimentalphysik
https://gantefoer.ch/

Politik und Physik – hängt das zusammen? Ausgehend von den kleinsten Teilchen hat sich der Physiker Prof. Dr. Gerd Ganteför in seinem Buch „Das Gesetz der Herde“ mit Verhaltensweisen in Gruppen, Schwärmen und Herden beschäftigt. Er ist dabei auf erstaunliche Parallelen zwischen der unbelebten, der belebten Natur und den Menschen gestoßen. Wissenschaftsübergreifend zeigt er, wie sich Herdenverhalten auf unsere alltäglichen Entscheidungen auswirkt. Die uralten Instinkte, die wir von unseren Vorfahren ererbt haben, beeinflussen auch beim Menschen das Sozialleben. Der animalische Machtrieb ist eine permanente Gefahr für die Demokratie und die tiefere Ursache für aktuelle Probleme wie Populismus, ausufernde Bürokratie und Bevormundung. Ganteför gelingt es, gesellschaftliche Zusammenhänge in einem neuen Licht zu betrachten und unser eigenes Verhalten zu hinterfragen. Mit dem Schluss, dass unsere Gesellschaftsform der Demokratie etwas mit Physik zu tun hat, rüttelt er an unserem Weltbild und stellt viele neue Fragen. Der Physiker erläutert seine Thesen und diskutiert mit uns seine konkreten Folgerungen für bessere Bildung, kritisches Denken und die Politik.


Aus medienwissenschaftlicher Sicht 

Das Phänomen Macht

Medien. MACHT der Sprache.

22. August 2024, 19:00 Uhr im Morsbacher Kultur-Bahnhof.

Prof. Dr. Sabine Schiffer 

Professorin für Journalismus und Kommunikation
https://medienverantwortung.de/
Foto: Antje Lenz von Kolkow

"Reden wir nicht nur, handeln wir lieber!“, bringt das allgemeine Unterschätzen von Sprache zum Ausdruck. Denn Sprechen ist bereits Handeln und Schreiben erst recht. Mittels Sprache und anderen Zeichen, etwa Bilder, wird ganz wesentlich unsere Vorstellung von der Welt geprägt. Zeichen zeigen, sie steuern unsere Aufmerksamkeit. Das Nicht-Gezeigte bleibt ausgeblendet, wenn man es selbst nicht besser weiß. Da wir aber alle dazu neigen, vom Gezeigten auf das große Ganze zu schließen, liegt in dieser Relation die erste Möglichkeit zur Manipulation – gewollt oder ungewollt. Wenn also von Shaping, Framing und Realitätskonstruktion durch Medien die Rede ist, geht es zunächst um diesen Grundmechanismus. Und dann kommen noch einige Techniken hinzu, wie etwa die eingesetzten Sprach- und Bildmittel, die zur Emotionalisierung beitragen. Anhand einschlägiger Beispiele aus den Medien werden wir uns mit den Mitteln der Sprach- und Medienanalyse den Themen Meinungsbildung und Medienverantwortung nähern.