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21. Juni 2026
Im September startet Wissenschaft vor Ort eine neue Themenreihe "Krieg und Frieden".
Kriege und bewaffnete Konflikte stellen die internationale Ordnung gegenwärtig vor tiefgreifende Herausforderungen. Verschiebungen globaler Machtverhältnisse, neue Formen der Kriegsführung sowie sich wandelnde politische und gesellschaftliche Systeme eröffnen sowohl auf internationaler als auch auf nationaler Ebene neue empirische und theoretische Fragestellungen.
Die im September beginnende Wissenschaft-vor-Ort-Themenreihe „Krieg und Frieden“ widmet sich diesen Entwicklungen aus der gewohnt transdisziplinären Perspektive. In acht Beiträgen unterschiedlicher Referentinnen und Referenten werden grundlegende Aspekte von Krieg und Frieden – als zentrale Bezugspunkte eines komplexen Systems sozialer und politischer Koexistenz - beleuchtet. Dabei kommen vielfältige Perspektiven zur Einordnung: philosophische Reflexionen, historische Analysen, medienwissenschaftliche Perspektiven, völkerrechtliche Einordnungen, politikwissenschaftliche Deutungen, psychologische Einsichten, theologische Zugänge sowie künstlerische Auseinandersetzungen.
Ziel des Themenzyklus ist es, ein vertieftes Verständnis von Krieg und Frieden zu ermöglichen und zugleich neue Perspektiven auf diese fundamentalen Bedingungen menschlichen Zusammenlebens zu eröffnen. Das Dialogformat der Veranstaltungen fördert den Austausch zwischen den Bürgern und Wissenschaftlern und lädt dazu ein, etablierte Deutungsmuster kritisch zu hinterfragen und gemeinsam weiterzuentwickeln.
27. Februar 2026
Wissenschaft vor Ort beschließt die Veranstaltungsreihe „Wie wollen wir zusammen leben?“ mit einem philosophisch - musikalischem Essay.
Im gut gefüllten alten Wartesaal des Morsbacher Kulturbahnhofs haben am 22. Februar der spanische Klaviervirtuose Rubén Russo und der Philosoph Prof.Dr. Michael Bongardt die Teilnehmer auf eine philosophisch - musikalische Reise in die innere Welt der Reflexionen über das gute Leben mitgenommen.
Diese Grundidee des Musikprogramms fasst Rubén Russo so zusammen:
>>Es gibt kein abstraktes Konzept vom „guten Leben“. Der besondere Zustand der Lebensfreude wird immer individuell definiert. Das Klavierkonzert ist einerseits dem Menschen als Protagonisten des Lebensdramas gewidmet, andererseits der Bühne, dem Schauplatz, vor dessen Hintergrund sich dieses Drama abspielt. <<
Die aufgeführten Werke verkörpern jeweils auf ihre eigene Weise das Prinzip der Individualität. Jeder Mensch hat seine eigene innere Welt, seine eigene Geschichte und vor allem seine eigene Vorstellung von einem „guten Leben” und natürlich auch seine eigenen Wege, dieses zu erreichen.
Franz Lists Mephisto-Walzer ist die Suche nach einfachen Vergnügungen im Streben nach einem „guten Leben” und dem unvermeidlichen Preis dafür.
Granados' Suite „Goyescas” ist eine Hommage an das Spirituelle im Menschen, die Suche nach Harmonie und innerer Ausgeglichenheit. Der zuverlässigste Weg, das wahre Gefühl eines „guten Lebens” zu erfahren.
Szenen aus dem Ballett Petruschka von Igor Strawinsky und das choreografische Gedicht La Valse von Maurice Ravel stellen ihrerseits den vielfältigen und komplexen Hintergrund dar, vor dessen Kulisse sich die Qualität des individuellen Lebens bestimmt. Die Form des Tanzes wurde bewusst gewählt, um den dynamischen Aspekt des Lebens anschaulich darzustellen.
Der Journalist Michael Kupper hat in der Kölnische Rundschau / OVZ hat über die Veranstaltung einen Artikel veröffentlicht, den ich im Button unten verlinke.
Danke
Der besondere Dank gilt den Förderern von Wissenschaft vor Ort, die durch ihre Spende die Leihgebühr des Flügelklaviers übernommen haben.
17. Januar 2026
Von Gen-Therapie bis Avatar: Medizin im Wandel
Wissenschaft vor Ort hat den Funktionellen Neurochirurgen und Geschäftsführer der Betaklinik Bonn, Prof. Dr. Thomas Gasser zu einem Dialogvortrag eingeladen.
von Sandra Willmeroth, Wirtschaftsjournalistin
Prof. Thomas Gasser erläuterte im Morsbacher Kulturbahnhof, wie medizinischer Fortschritt und technologische Innovationen das deutsche Gesundheitswesen verändern. Am Beispiel moderner Neurochirurgie zeigte er, wie die Implantation von Sonden Patienten mit lebensbedrohlichen Gehirntumoren neue Perspektiven eröffnet. Auch die Gentherapie mittels CRISPR-Cas, wie sie bei einem neunjährigen Jungen eingesetzt wurde, demonstriert das Potenzial, genetisch bedingte Krankheiten zu behandeln. „Die Gentherapie ist per se nicht schlecht, wenn sie gut eingesetzt wird“, betonte Gasser, „aber sie darf nur der Heilung dienen, nicht dem Erschaffen von Neuem.“
Er berichtete zudem über moderne Immuntherapien bei Krebs, etwa Checkpoint-Inhibitoren, die das körpereigene Abwehrsystem gezielt gegen Tumorzellen aktivieren. Diese Verfahren sind medizinisch bahnbrechend, verursachen jedoch enorme Kosten. „Die Frage, wie viel ein Leben in Euro wert ist, stellt sich angesichts solcher Therapien unweigerlich“, sagte Gasser.
Neben der Medizin selbst sieht der Neurochirurg auch die Chancen durch digitale Technologien. Standardisierte Routineuntersuchungen könnten künftig von virtuellen Avataren übernommen werden, die rund um die Uhr verfügbar und deutlich kostengünstiger sind. Dennoch kommen solche Avatare bislang maximal als Assistenz der Ärzte zum Einsatz, was laut Gasser auch am Widerstand aus den Reihen der Ärzteschaft liegt. „Unsere Gesellschaft präformiert im negativen Sinne: Zuerst wird alles schlecht geredet, und jeder vertritt nur seine eigenen Partikularinteressen“, kritisierte er. Für Gasser ist jedoch klar: Reformen im Gesundheitssystem gelingen nur, wenn die Interessen aller Beteiligten auf gemeinsame Ziele ausgerichtet sind. „Der Erfolg ökonomischer und gesellschaftlicher Systeme liegt in der Verfolgung gleicher Interessen“, erklärte er das Principal-Agent-Problem.
Eine Lösung beginnt laut dem Mediziner im Kleinen bei jedem Einzelnen. Jede Organisation, jedes Krankenhaus und jede Arztpraxis bestehe letztlich aus Individuen, deren Entscheidungen und Werte entscheidend sind. Nur durch eine Rückbesinnung auf das übergeordnete Ziel des Gesundheitssystems, statt auf die eigenen Partikularinteressen, könne langfristige Verbesserungen erzielt werden. „Die Gesellschaft verliert den Kompass, wenn unwesentliche Dinge in den Vordergrund rücken“, sagte Gasser.
Mit diesem Gedanken schloss der Mediziner seinen Vortrag und knüpfte an die gesamte Veranstaltungsreihe „Wie wollen wir miteinander leben“ an, die bisher neun Vortragsabende umfasst. Die zehnte und letzte Veranstaltung findet im März am 22.Februar statt, bevor im Herbst ein neuer Zyklus beginnt.
Den ausführlichen Text der Wirtschaftsjournalistin Sandra Willmeroth finden Sie im anschließenden Button verlinkt.
Prof.Dr. Thomas Gasser im Morsbacher Kulturbahnhof
19. Dezember 2025
Das Wissenschaft-vor-Ort Team sagt zum Jahresende Danke an Teilnehmer, Referenten und Förderer.
Zum Jahresende möchte sich das gesamte Wissenschaft vor Ort Teams bei euch allen bedanken. Mit eurer aktiven, engagierten Teilnahme seid ihr die Seele unserer gemeinsamen Initiative.
Allein in 2025 hatten wir neun Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu Gast im Kulturbahnhof Morsbach, die mit ihren Dialogvorträgen unterschiedliche Denkimpulse gesetzt haben. Unser Forum lebt vom Dialog und Perspektivenwechsel zwischen Bürgern und der freien Wissenschaft. Dieser offene Debattenraum ist die Herzkammer von Wissenschaft vor Ort. Danke an alle Referenten für die Energieimpulse und vitalen Diskussionen.
Wir sind eine private Initiative und kein kommerzielles Projekt. Ein besonderer Dank gilt daher den Förderern von Wissenschaft vor Ort. Ohne private Spenden wäre das großartige Klavierkonzert „Die Dramaturgie des Lebens“ mit dem spanischen Konzertpianisten Rubén Russo im August nicht möglich gewesen. Das Konzert haben wir vollständig aufgezeichnet und es ist (neben anderen WvO-Clips) im unserem YouTube Kanal zu finden. Den Link findet ihr im Button unten.
Die Gemeinde Morsbach hat es uns durch ihre Spende ermöglicht, ein Filmportrait über Wissenschaft vor Ort zu erstellen. Die Idee des offenen Debattenraums wird in diesem kurzen Film lebendig und erlebbar. Bitte teilt die Wissenschaft vor Ort Doku in der Familie und mit allen Freunden und Bekannten. Wir brauchen Bekanntheit, um auch zukünftig aktiv neue Projekte und Themen umzusetzen.
In 2026 beginnen wir gleich mit einem Highlight:
Der Medizinprofessor Dr. Thomas Gasser wirft am 15. Januar um 19:00 Uhr einen umfassenden Blick auf die Zukunft der Medizin mit der Fragestellung: „Wer heilt morgen – Arzt, Algorithmus oder Politik?“
Die Medizin steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Neue medizintechnische Entwicklungen – von KI-gestützter Diagnostik über robotische Chirurgie bis hin zu personalisierter Therapie – verändern unser Verständnis von Gesundheit und Behandlung. Gleichzeitig revolutioniert die Informationstechnologie die Art, wie Patientendaten genutzt, vernetzt und geschützt werden.
Prof. Dr. Thomas Gasser, Geschäftsführer und Leiter der Neuchirurgie und Funktionellen Neurochirurgie der Beta Klinik in Bonn wirft einen spannenden Blick in die kommenden Jahre einer Disziplin, die sich gerade neu erfindet. Auch hier findet ihr den Link im Button unten.
Allen eine entspannte, fröhliche und lichtvolle Weihnachtszeit. Kommt gut und gesund ins neue Jahre.
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Die Morsbacher Dialoge im Portrait
27. November 2025
Ungerechtigkeit - Ein Wohlstandsproblem?
Deutschland geht es besser, als viele denken – und doch wächst das Gefühl von Ungerechtigkeit. Warum das so ist, erklärte Prof. Dr. Nils Goldschmidt im Kulturbahnhof Morsbach vor knapp dreißig Gästen im alten Wartesaal. Und die Diskussion mit dem Publikum zeigte: Der persönliche Austausch zwischen Wissenschaft und Bürgern ist wichtiger denn je.
Goldschmidt, Leiter des Weltethos-Instituts, widerlegte anhand von Studien ein verbreitetes Gefühl: Deutschland sei ungerechter geworden. Seit den 1960er-Jahren habe sich die Stimmung gedreht – heute halten deutlich mehr Menschen das Land für ungerecht. Doch fast die Hälfte empfindet die eigene Lage als fair. Für Goldschmidt ist klar: Ungerechtigkeit werde oft erst im Wohlstand wahrgenommen, wenn überhaupt etwas zu verteilen ist. „In armen Gesellschaften entsteht das Gefühl von Ungerechtigkeit gar nicht erst“, so der Ökonom.
Um die Wahrnehmung von der Realität zu trennen, stellte er eine internationale Studie vor, die Wirtschaftskraft und gesellschaftliche Stabilität vergleicht. Das Ergebnis ist überraschend deutlich: Deutschland gehört zu den stabilsten Industrienationen – weit vor Ländern wie Frankreich, Großbritannien oder Italien. Deutlich kritischer sieht es in den USA und China aus, wo wirtschaftliche Dynamik und gesellschaftliche Spannungen auseinanderklaffen.
Goldschmidts Kernbotschaft: Der Blick auf Deutschland ist oft schlechter als die Lage tatsächlich. Medien und Politik neigten dazu, Probleme sofort dramatisch aufzuladen – mit dem Effekt, dass viele Bürgerinnen und Bürger den Eindruck gewinnen, das Land stehe still. „Eine positive Einordnung vor jeder Debatte würde uns gut tun“, sagte er.
Der Abend machte vor allem eines klar: Der Dialog zwischen Wissenschaft und Bevölkerung wird immer wichtiger. Gerade in einer Zeit, in der komplexe Themen Alltagspolitik bestimmen, hilft ein direkter Austausch, Schieflagen in der Wahrnehmung zu betrachten – und Vertrauen zurückzugewinnen.
Goldschmidt, Mitglied des Deutschen Ethikrats, wirbt für eine Weiterentwicklung der Sozialen Marktwirtschaft und für mehr ökonomische Bildung. Sein jüngstes Buch trägt den Titel „Gerechtigkeit. Wie wir unsere Gesellschaft zusammenhalten“.
Lesen sie dazu auch den Artikel der Wirtschaftsjournalistin Sandra Willmeroth -> verlinkt im anschließenden Button.
Prof.Dr. Nils Goldschmidt im Morsbacher Kulturbahnhof. Foto: Sandra Willmeroth
30. Oktober 2025
Migration als rechtsethisches Problem
Der Strafrechtler und Rechtsphilosoph Prof. Dr. Reinhard Merkel folgte der Einladung von „Wissenschaft vor Ort“ zu einem Dialogvortrag am 30. Oktober in den Morsbacher Kulturbahnhof.
Prof. Merkel ist Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften „Leopoldina“. Auf Vorschlag der Bundesregierung war er von 2012 bis 2020 Mitglied im Deutschen Ethikrat.
Bei den Morsbacher Dialogen beschäftigte sich der Rechtsphilosoph mit der Frage: „Gibt es ein Recht auf Erhaltung der eigenen kulturellen Identität?“ Inhaltlich war der Vortrag eine aufeinander aufbauende, stringente Argumentation über die politisch-ethischen Pflichten und deren normative Grundlagen gegenüber Migranten.
Zum Hintergrund: Die transnationale Migration hat in den letzten 20 Jahren weltweit an Dynamik gewonnen. Schätzungen zufolge warten rund 500 Millionen Menschen auf die Gelegenheit, in ein anderes Land auszuwandern. Bevorzugte Zielstaaten sind neben den USA vor allem Mitgliedstaaten der Europäischen Union, mit hoher Präferenz für die Bundesrepublik Deutschland.
Diese Entwicklung hat bereits zu sozialen Veränderungen in Deutschland geführt – Veränderungen, die sich voraussichtlich fortsetzen werden.
In seiner Präsentation hat Prof. Merkel die kulturellen Implikationen faktenbasiert dargestellt und auf die mögliche grundlegende Neuausrichtung unserer kulturellen Identität hingewiesen. Als Rechtswissenschaftler hat er die gesellschaftlichen oder rechtlichen Maßnahmen eingeordnet, die möglicherweise gerechtfertigt sind, um solchen Prozessen entgegenzuwirken.
Die Ausdifferenzierung von zentralen Begriffen wie Kultur, Identität, Integration und sozialer Wandel ist die Grundlage, um eine Kontroverse um den kulturellen Wandel durch Migration differenziert zu beleuchten.
Eine Kopie der Vortragspräsentation erhaltet ihr direkt von Prof. Merkel unter der E-Mail: [email protected]
22. September 2025
Interkulturelle Intelligenz in einer multipolaren Welt.
Zahlreiche Beispiele zeigen, wie Menschen glauben, mit ihren Sinnen Dinge objektiv zu beschreiben, die aber kulturell beeinflusst ganz anders interpretiert werden. Aus diesem Grund sind kulturell geprägte Verhaltensmuster und kulturelle Werte immer subjektiv.
Der Initiator von Wissenschaft vor Ort Michael Braun, unternahm am 18. September im Morsbacher Kultur-Bahnhof einen Klärungsversuch zum Thema „Interkulturelle Intelligenz in einer multipolaren Welt - ein (zu) großer Anspruch?“ Es war die sechste Veranstaltung der Themenreihe: „Wie wollen wir zusammen leben?“ Der Specialevent sollte die Brücke zwischen der Juli-Veranstaltung mit Ulrike Guérot „Warum Europa eine Republik werden muss“ und der Oktober-Veranstaltung mit Reinhard Merkel „Migration als rechtsethisches Problem“. Beide Veranstaltungen setzen als Grundvoraussetzung ein interkulturelles Verständnis voraus.
Das vorgestellte interkulturelle Navigationssystem ermöglicht nationale Kulturen zu visualisieren. Die Profile veranschaulichen die unter unterschiedlichen kulturbeeinflussten Verhaltensmuster von Menschen. Durch die Betrachtung der unterschiedlichen Profile lassen sich Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Kulturen erkennen.
Den vollständigen Artikel finden ihr unter Newsletter September 2025 im Anschluss.
Michael Braun im Morsbacher Kulturbahnhof am 18.September
24. August 2025
Die Dramaturgie des Lebens - Ein Erzähl-Konzert im Kulturbahnhof Morsbach
Was sich nicht in Worte fassen lässt, gehorcht der Musik. Musik ist eine universelle Sprache, unabhängig von Kultur und Religion. Das gilt besonders für die klassische Musik.
Am Sonntag, dem 24. August 2025 präsentierte der spanische Konzertpianist Rubén Russo im Morsbacher Kulturbahnhof ein einzigartiges klassisches Erzähl-Konzert, das die Themenreihe „Wie wollen wir zusammen leben?“ auf ganz besondere Weise beleuchtete.
„Die Dramaturgie des Lebens"
Oftmals behindert die gewohnte Wahrnehmungsroutine ein umfassenderes Verständnis der Idee, die in einem bestimmten Musikstück enthalten ist. Wir haben bei diesem Erzähl-Konzert ein unübliches Format gewählt. Die Besucher haben die Chance zu einer freien und unabhängigen Interpretation des musikalischen Stoffes, auch wenn die Klavierstücke den meisten Zuhörern sehr bekannt sind.
Den Zuhörer wurden in ihrem Konzertprogramm keine Titel bestimmter Werke und Namen von Komponisten findenangezeigt, sondern nur eine kurze Beschreibung bestimmter Ideen, die diese Musikwerke nach veranschaulichten. Erst nach dem am Ende des Konzerts wurden den Besuchern die vollständigen Informationen über die aufgeführten Musikwerke zur Kenntnis gebracht.
Weitere Infos zum event unter: www.wissenschaft-vor-ort.de/events
Rubén Russo, geb. 1997 in Madrid, ist nicht nur ein brillanter und erfolgreicher Konzertpianist, Gewinner und Preisträger zahlreicher internationaler Wettbewerbe, sondern auch ein Musikwissenschaftler. Für den spanischen Musiker ist das Klavierspiel die perfekte Möglichkeit, seine tiefsten Gedanken durch Musik zu artikulieren. Für Rubén ist die universelle Sprache der Musik die ideale philo-sophische Kommunikationsmethode. Rubén hat einen Master-Abschluss in der Interpretation und Vertiefung der klassischen Musik und verfügt über nahezu unbegrenzte Möglichkeiten, jegliche Ideen durch Musik auszudrücken.
14. Juli 2025
Warum Europa eine Republik werden muss.
Am letzten Donnerstag war Prof. Dr. Ulrike Guerot zu Gast bei den Morsbacher Dialogen im vollbesetzten Kulturbahnhof.
Die Politikwissenschaftlerin und Publizistin hatte den Wissenschaft vor Ort Teilnehmern eine politische Utopie mitgebracht.
Es ist das Denkangebot für eine europäischen Demokratie, bei der die Bürger die zentralen Akteure sind. Ein Europa von den Bürgern her gedacht.
"Ein demokratisches, souveränes Europa im 21. Jahrhundert würde nicht auf Nationen, sondern auf gleichen Bürgerrechten begründet, die von einer europäischen Staatlichkeit garantiert würden; sowie auf Souveränitätskonzepten, die auf eine stärkere Teilhabe der Bürger in europäischen Entscheidungen zielten. Es geht um die Rechtsgleichheit der europäischen Bürger und ihr politisches Gewicht in der Entscheidungsfindung. Gleiche Rechte für alle europäischen Bürger würde eine einheitliche, politische Repräsentation und soziale Gleichheit, zum Beispiel eine europäische Arbeitslosenversicherung bedeuten. Aus Europa würde ein regionales Verbundsystem mit einer transnationalen, bürgerbasierten, föderalen Demokratie." so der Denkansatz, den die Politikwissenschaftlerin in ihrem Dialogvortrag bei den Morsbacher Dialogen den 90 Teilnehmer im Alten Wartesaal des Kulturbahnhofs präsentierte.
Weiterführender Hinweis:
Am 18.September wird Wissenschaft vor Ort in einem Special Event der Frage nachgehen: Welche interkulturelle Intelligenz brauchen wir in einer multipolaren Welt, um unsere sozialen und wirtschaftlichen Interaktionen mit den Kulturen Europas, Asiens, Afrikas Australiens und Amerikas zu gestalten.
„Die älteste Karte Europa von 1534 zeigt Europa als Königin, als schöne, erhabene Frau, deren Leib sich über den gesamten Kontinent erstreckt. Sie neigt ihren Kopf leicht in den Atlantik, steht aber mit beiden Füßen fest auf eurasischer Erde. Moskau ist noch innerhalb ihres Gewandes, Istanbul, das einstige Konstantinopel, übrigens auch. Die Europa streckt ihren rechten Arm quer über das Mittelmeer in Richtung mediterrane Anrainerstaaten, also hinüber zum heutigen Algerien, Marokko und Tunesien.
Das Mittelmeer als Mare Nostrum ist die Europa seit der Antike strukturierende Verbindung von Orient und Okzident. Ohne Orient wäre Europa nicht, was es ist, es hätte kein Alter Ego, keinen Spiegel. Nichts auf dieser Karte deutet darauf hin, dass die Europa mitten durch ihren Leib eine Linie gezogen bekommen und am Rumpf geteilt werden möchte. Nichts deutet darauf hin, dass Europa eine Demarkationslinie gegenüber Russland ziehen möchte, auf dessen Erde die Füße der Europa stehen. Nichts deutet darauf hin, dass die Europa ihren Mittelpunkt jenseits des Atlantiks verlagern möchte.
2034 feiert diese Karte, die die erste Karte Europas ist, in der der Kontinent sich eine organische Gestalt, ein Selbstbild gegeben hat, ihr 500-jähriges Jubiläum. Die Frage ist, wie man in knapp zehn Jahren dieses Jubiläum der Europa begehen möchte? Möchten wir die Europa bis dahin in ihre organische Struktur, zu ihrem Selbstbild zurückführen? Europa zu sich finden lassen?"
Auszug aus: Ulrike Guérot, Zeitenwenden, Westend Verlag - Seite 139
10. Juni 2025
Die Soziologie und das gute Leben Gesellschaftliche Transformation als Herausforderung.
Am letzten Donnerstag war der Soziologe Prof. Dr. Frank Hillebrandt zu Gast bei den Morsbacher Dialogen im Kulturbahnhof.
Die ständige gesellschaftliche Transformation ist eine der prägendsten Erfahrungen der heutigen Zeit. Gesellschaftlicher Wandel ist ein konstitutives Merkmal der Gesellschaft der Gegenwart, denn ohne ständige Veränderungen und Diversität hätte sie einen ganz anderen Charakter. Dies zeigte der Dialog-Vortrag von Frank Hillebrandt zunächst anhand der Entstehung der Menschenrechte auf: Erst mit der europäischen Aufklärung wird die Frage relevant, wie wir leben wollen. Die Art des Zusammenlebens wird zu einer Aufgabe der Menschen, sie müssen sich ihre soziale Ordnung selbst gestalten und dabei, wie Hillebrandt u.a. an den Schriften von Jean Jaques Rousseau nachzeichnet, darauf achten, dass die Würde des Einzelnen nicht verletzt wird. Am Beispiel der Bürgerrechtsbewegung in den USA der 1960er Jahre und insbesondere am March on Washington vom 28.8.1963 verdeutlicht Hillebrandt die gesellschaftliche Dynamik, die diese Ideen der Aufklärung bis in die Gegenwart nach sich ziehen. Die Frage nach dem guten Leben ist immer aktuell, sie wird in jeder Generation neu gestellt. Dies zeigt sich nach Hillebrandt auch in der Entstehung der Pop-Musik, die der Vortragende als weiteres Beispiel dafür diskutiert, wie sich die Gesellschaft ihrer kulturellen Grundlagen vergewissert und wie sie diese immer wieder neu definiert. Hillebrandt ist dabei davon überzeugt, dass diese permanente Variation der Kultur, also die kulturelle Diversität, die sich immer wieder neu einstellt, für die innovative Weiterentwicklung einer Idee des guten Lebens unumgänglich ist. Nur wenn diese Diskussion aktuell bleibt, kann sich eine Gesellschaft, die immer wieder auf die unterschiedlichsten Fähigkeiten der Einzelnen zurückgreift, harmonisch entwickeln, so dass die Idee des guten Lebens aktuell bleibt. Dies zeigt sich nicht nur in der zunehmenden kulturellen Vielfalt, sondern auch in der Transformation technischer Mittel und im Umgang mit unseren Lebensgrundlagen – ein Thema, das angesichts des Klimawandels intensiv diskutiert wird.
Prof. Dr. Frank Hillebrandt im Morsbacher Kulturbahnhof
24. April 2025
Die Psychologie des Menschen als Chance oder Risiko?
Nach der Anthropologie im März betrachtete Prof.Dr. Michael Klein das Thema „Wie wollen wir zusammen leben?“ aus dem Blickwinkel der Psychologie.
Der klinische Psychologe und psychologische Psychotherapeut ging in seinem Vortrag auf die psychologischen Perspektiven von Freiheit, Evolution und Identität ein. Im Vordergrund seines Dialogvortrages im Morsbacher Kulturbahnhof standen dabei die Fragen: Was und wie können wir die Zukunft beeinflussen, welche Hindernisse und Probleme stellen sich uns in den Weg und welche Lösungen und Perspektiven sind möglich?
Klein betonte die wesentlichen Eigenarten und Besonderheiten der evolvierten menschlichen Psyche können zur Bewältigung und Gestaltung der Zukunft hinderlich bis problematisch sein. Andererseits können sie aber auch gerade wegen der Faktoren Freiheitsstreben, Soziabilität, Innovationskraft, Kreativität und Phantasie förderlich sein. Entscheidend sind die Entwicklung des Grundbedürfnisses und die Stärkung von freiem Denken, freier Rede, Toleranz und Akzeptanz.
Dazu sind, nach Ansicht des Psychologen, strukturelle Veränderungen notwendig bei den Institutionen so gestaltet werden sollten, dass Macht begrenzt, Verantwortung klar verteilt und Transparenz gefördert wird. Zudem durch Bildungsarbeit ein Bewusstsein geschaffen wird, das Menschen für die Gefahren der Situationseinflüsse sensibilisiert. Die Förderung von Zivilcourage ist in einer offenen Gesellschaft notwendig. Mut zur Gegenrede, zum Widerstand und zur Menschlichkeit sind nach Ansicht von Prof. Klein erlernbar.
Die vollständige Präsentation von Prof. Dr. Michael Klein findet ihr unter dem Button link: Präsentation Prof. Klein
Desweiteren findet ihr einen link zu einem Artikel von Michael Klein im SANDWIRT- Die Zukunft meistern.
https://www.dersandwirt.de/die-zukunft-meistern/
Prof. Dr. Michael Klein, Morsbacher Dialoge 2025 - www.addiction.de
23. März 2025
Die Auftaktveranstaltung der diesjährigen Themenreihe „WIE WOLLEN WIR ZUSAMMEN LEBEN?“ startete am 20. März im Morsbacher Kulturbahnhof
Prof. Dr. Michael Bongardt betrachtete das Thema aus einem philosophisch-anthropologischen Blickwinkel, und stellte zu Beginn seines Dialogvortrags die offene Frage „Können wir die Geschichte der Menschheit vorbehaltlos als Fortschrittsgeschichte erklären?“ Zumal unser Wissen über unsere Vorfahren in ihrer Gesamtheit recht mangelhaft ist.
Der Schlussgedanke galt der „Weltgestaltung“. Die Frage, wie Mythen, Riten und Dogmen entstehen. Die „Welt“ entsteht durch unsere Deutung und wir entwerfen die Bedeutung.
Die Frage „Wie wollen wir zusammen leben?“ verbindet uns, allerdings sind die Antworten individuell vielfältig.
Die Idee eines gemeinsam geschaffenen Zusammenlebens bedarf der individuellen Einstellung der „Versöhnung“, ohne die eigene Identität aufzugeben, einen Standort in der Welt einzunehmen, der nicht der eigene ist.
Der Journalist Michael Kupper hat einen lesenswerten Artikel über den Dialogvortrag des Philosophie- und Anthropologie Professors von der Universität in Siegen in der Kölnischen Rundschau am 22.03 veröffentlicht.
Den link zum Artikel findet ihr im anschließenden button.
HINWEIS für Interessierte an einer Vorlesungsreihe mit Prof. Bongardt:
Im Sommersemester 2025 hält Prof. Bongardt eine Vorlesungsreihe an der Mittwochsakademie der Universität Siegen: „Toleranz - Theorie und Praxis einer anspruchsvollen Haltung“
Näheres findet ihr im anschließenden button verlinkt
Prof. Dr. Michael Bongardt - Morsbacher Dialog 2025
20. Januar 2025
Prof. Dr. Peter Brandt stellt Wissenschaft vor Ort den Vortragstext zur Verfügung.
Die historische Einordnung von Macht und Herrschaft im Überblick, beginnend in der Frühen Neuzeit, war das Thema des sechsten und letzten Vortrages der Themenreihe „Das Phänomen der Macht“.
Das vollständige Redemanuskript vom 16. Januar, gehalten im Alten Wartesaal des Morsbacher Kulturbahnhofs, findet ihr unter dem link Button: "Vollständiger Vortragstext"
Weiterführende Literatur zum Thema findet ihr unter dem link Button: "Lesetipps"
17. Januar 2025
Prof. Dr. Peter Brandt zu Gast in Morsbach
Ein Kommentar.
Der Historiker und Publizist Prof. Dr. Peter Brandt ist der Einladung von Wissenschaft vor Ort gefolgt und hat im Rahmen der Themenreihe „Das Phänomen Macht“ einen wissenschaftlichen Vortrag „Macht und Herrschaft“ im Alten Wartesaal des Kulturbahnhofs gehalten.
Als Gründer und Initiator von Wissenschaft vor Ort ist es mir aus gegebenem Anlass wichtig zu betonen, dass die Initiative politisch unabhängig und überparteilich ist. Es ist ein Begegnungsort, der Menschen generationsübergreifend zusammenführt und einen offenen und familiären Debattenraum schafft. Gemeinsam lernen, nachdenken, Erfahrungen austauschen und diskutieren mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern.
Ich bitte alle politischen Parteien der Gemeinde die Neutralität der Initiative zu respektieren.
Prof. Brandt hat gestern einen historisch-wissenschaftlichen Vortrag im Rahmen dieses Forums gehalten. Wir bedanken uns bei Peter Brandt für die akademisch tiefgründige Einordnung von Macht und Herrschaft zu Zeiten von Otto von Bismarck in der Entstehung des deutschen Nationalstaates.
Michael Braun, Initiator von Wissenschaft vor Ort
10. Oktober 2024, 19:00
Was macht MACHT mit MÄCHTIGEN?
Ein neurobiologischer Klärungsversuch.
Im Rahmen der Themenreihe „Das Phänomen Macht“ war am 10. Oktober um 19.00 Uhr der Medizinprofessor Dr. Thomas Gasser zu Gast bei Wissenschaft-vor-Ort im alten Wartesaal des Morsbacher Kulturbahnhofs. Der Funktionelle Neurochirurg ist Geschäftsführer der Betaklinik in Bonn und ist bereits zum dritten Mal Referent der Initiative Wissenschaft-vor-Ort in Morsbach.
"Macht und Verantwortung gehören unweigerlich zusammen" mit dieser Kernthese eröffnete der Neurowissenschaftler und Funktionellen Neurochirurg seinen Vortrag im vollbesetzten Alten Wartesaal. Es war der fünfte Dialogvortrag der diesjährigen Themenreihe: "Das Phänomen Macht".
Eine Zusammenfassung der Veranstaltung finden Sie im Artikel von Michael Kupper, erschien in der Kölnischen Rundschau am 12.Okt.`24 - Link Button im Anschluß
22. August 2024, 19:00
Medien. Die Macht der Sprache.
Die Sprach- und Medienwissenschaftlerin Prof. Dr. Sabine Schiffer war zu Gast im Morsbacher Kulturbahnhof.
„Reden wir nicht nur, handeln wir lieber…“ mit diesem Satz begann die Professorin für Journalismus und Kommunikation Sabine Schiffer ihren spannenden Dialogvortrag im mit 70 Teilnehmern ausverkauften „Alten Wartesaal“ des Morsbacher Kulturbahnhofs.
„Sprachliche und bildliche Zeichen steuern Aufmerksamkeit. Mit Zeichen lässt sich lenken und zwar bewusst oder unbewusst. Lenken durch Sprache ist also in jedem Fall Manipulation – aber zunächst im neutralen Sinne von Veränderung. Eine absichtliche Manipulation setzt Intention voraus, also Absicht und Bewusstsein.“ so die Wissenschaftlerin. Sabine Schiffer gab dem interessierten Publikum einige Kriterien anhand, die die Teilnehmer kompetenter machen in der Beurteilung von Medieninhalten.
Die Kernbotschaft des Abends war die Aufforderung, stets kritisch mitzudenken und Medieninhalte zu hinterfragen und zu überprüfen.
Einen Text zum Vortragsmanuskript findet ihr in den anschließenden Button - Sprache und Ausgrenzung
Eine Video ARTE-DOKU zum Thema "strategische Kommunikation" , Edward Bernays und die Wissenschaft der Meinungsmache findet ihr im anschließend Button - Arte-Doku Propaganda
20. Juni 2024, 19:00
Der Experimentalphysiker Prof. Dr. Gerd Ganteför folgte einer Einladung von Wissenschaft vor Ort in den Morsbacher Kulturbahnhof
Letzten Donnerstag trafen sich über 70 Teilnehmer und diskutierten mit Prof. Dr. Gerd Ganteför im überfüllten alten Wartesaal des Morsbacher Kulturbahnhofs. Der dritte Dialogvortrag der Veranstaltungsreihe „Das Phänomen der Macht“ befasste sich mit dem kollektiven Verhalten von Schwärmen. Die Universität Konstanz gilt als „Exzellenz Universität“ im Cluster „Collective Behaviour“. Prof Ganteför forschte in diesem Rahmen als Physiker über die Verhaltensweisen von Schwärmen, Gruppen und Herden und ist dabei auf erstaunliche Parallelen zwischen der unbelebten, der belebten Natur und den Menschen gestoßen.
Lesen Sie die Zusammenfassung der Veranstaltung in dem Artikel der Kölnischen Rundschau von Beatrix Schmittgen - 22. Juni 2024 - Klicken auf den Link-Button KÖLNISCHE RUNDSCHAU im Anschluß
23. Mai 2024, 19:00
Am Tag des 75-jährigen Bestehens des Grundgesetzes spricht Ulrike Guérot im Morsbacher Kulturbahnhof über das Phänomen der Macht.
Die Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Ulrike Guérot folgte einer Einladung der Initiative Wissenschaft-vor-Ort zur diesjährigen Themenreihe „Das Phänomen Macht“.
Im bis auf den letzten Platz vollbesetzten alten Wartesaal des Kulturbahnhofs entwickelte sich ein lebhafter Dialog über die Frage „Warum lassen sich so Viele so einfach von so Wenigen beherrschen?“ Die Politikwissenschaftlerin unterbreitete den Teilnehmern der Dialogveranstaltung ein Angebot, über Machtbildung, Machtausübung und Machtverfestigung zu diskutieren.
Lesen Sie den ausführlichen Text durch Klicken auf den Link-Button NEWSLETTER MAI´25 im Anschluss.
11. April 2024, 19:00
Das Phänomen Macht.
Wie entsteht und wirkt Macht
Der Philosoph Michael Bongardt von der Universität Siegen eröffnete am 11. April vor über 40 Teilnehmern im Morsbacher Kultur-Bahnhof die neue Themenreihe von Wissenschaft-vor-Ort. Die philosophische Spurensuche ging der Frage nach: Was ist Macht und wie funktioniert Macht?
"Wir spüren und empfinden Macht immer dann, wenn wir etwas tun, was wir eigentlich nicht tun wollen, und uns jemand genau dazu gebracht hat," so der Philosoph zu Beginn seiner Ausführungen.
Schwerpunkt des Abend war die Form der Macht aus Sicht des Soziologen Niklas Luhmann. Für den Systemtheoretiker ist Macht ein Kommunikationsmedium und die Form „Willen“ zu kommunizieren.
Lesen Sie den ausführlichen Text durch Klicken auf den Link-Button NEWSLETTER April ´24 im Anschluss.
22. Februar 2024, 18:30 Uhr
Wie können wir mit dem Bösen leben?
Diese Frage war die herausfordernde Abschlussbetrachtung der Themenreihe „Faszination und Schrecken-Gibt es das Böse?“ im Morsbacher Kulturbahnhof am letzten Donnerstag.
Als Moderator möchte ich all den engagierten Teilnehmer danken und ein „themen-abschliessendes Angebot“ formulieren:
„Mit dem Bösen leben, ist die Selbstverpflichtung die eigene Menschlichkeit zu bewahren, losgelöst von den Taten anderer.“
Pressestimme unter der Überschrift: "Warum der Mensch auf Gewalt ausgelegt ist"
Ein Artikel von Michael Kupper über die Veranstaltung im Morsbacher Kulturbahnhof ist in der Rundschau- Oberbergische Volkszeitung am 24. Februar erschienen.
Um den Artikel von Michael Kupper vollständig zu lesen, klicken Sie bitte auf den Link-Button im Anschluß
Prof.Dr. Thomas Gasser (li.) und Prof.Dr. Michael Bongardt (re.) mit Moderator Michael Braun - Foto: Nadja Schwendemann
22. Februar 2024, 18:30 Uhr
Jam Session - Der Dialog der Musiker
Eine Jam-Session ist ein Gespräch zwischen Musikern mit Hilfe ihrer Musikinstrumente. Wir übertragen hier das Wissenschaft vor Ort Prinzip des Dialogs in die Musiksprache.
Das Prinzip ist dasselbe wie bei jedem Dialog - man braucht ein bestimmtes gemeinsames Thema. Es kann eine sehr breite Richtung sein, die nur in Harmonie ausgedrückt wird. Dazu verwenden wir einfach Akkord Kombinationen, die wir mit unserer Improvisation füllen. Oder wir verwenden ein spezifischeres Thema und interpretieren es auf verschiedene individuelle Arten. Beide Möglichkeiten haben die Musiker am 22. Februar im Kulturbahnhof in Morsbach umgesetzt.
Es geht um den spontanen freien Ausdruck jedes der drei Musiker.
Hansmartin Kleiner-Horst - Pianist, Komponist, Klavierlehrer - spielt Bass und Violinen
Stephan Aschenbrenner - der Saxophonist und Musiklehrer am Saxophon
Irina Braun - ihr ganzes Leben lang eine leidenschaftliche Pianistin
Hier ein Ausschnitt ihrer Improvisationen
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JAM SESSION - Dialog von Piano und Saxophon
23. November 2023
Amok und Terror
Kriminologische Aspekte des Bösen von Prof. Dr. Britta Bannenberg, Professorin für Kriminologie
Die Rechtswissenschaftlerin Britta Bannenberg von der Justus Liebig Universität Gießen referierte am 23.11. im Morsbacher Kultur-Bahnhof über die kriminologischen Aspekte des Bösen. Es war der vierte Teil der Themenreihe - Faszination und Schrecken - Gibt es das Böse?
„Schwere Gewalt, Tötungsdelikte und Anschläge rufen in der Öffentlichkeit Furcht und Schrecken hervor und Amok und Terror besonders durch die hohe mediale Aufmerksamkeit“, so die Professorin für Kriminologie. Aber was genau ist eine Amoktat?
Um den Artikel vollständig zu lesen, klicken Sie bitte auf den Button im Anschluß.
Prof. Dr. Britta Bannenberg weist auf ihr Netzwerk Amokpräventation hin. Foto: Nadja Schwendemann
12. Oktober 2023
„Das Böse ist immer und überall“
Ein psychologische Betrachtung von Prof.(em) Dr. Michael Klein, klinischer Psychologe und psychologischer Psychotherapeut.
>>Über „das Böse“ diskutiert.<<
Ein Artikel von Michael Kupper erschienen in der Kölnischen Rundschau- Oberbergischer Volksanzeiger-18.Oktober 2023.
Im Kulturbahnhof Morsbach fand am12. Oktober der dritte Teil der Veranstaltungsserie „Faszination und Schrecken- Gibt es das Böse?“ im Rahmen der Initiative „Wissenschaft vor Ort“ statt. Die Idee dahinter ist, ein Forum zu schaffen, in dem Menschen generationsübergreifend tiefgründige Themen mit Wissenschaftlern diskutieren können.
„Dieses Thema ist alles andere als nett“, sagte der Kölner Dr. Michael Klein, emeritierter Professor für klinische Psychologie, zu Beginn seines Vortrags „Das Böse ist immer und überall“, denn es sei elementarer Bestandteil der menschlichen Entwicklungsgeschichte.
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Prof. Dr. Michael Klein im Kulturbahnhof Morsbach. Foto: Liane Becker
24 August 2023
„Faszination und Schrecken- Das Böse ist in uns!“
Eine neurowissenschaftliche Einordnung von Professor Dr. med. Thomas Gasser, Neurochirurg und Funktioneller Neurochirurg der Bonner Beta Klinik. Von Katja Pohl, freie Journalistin.
Zum dritten Mal fanden im August die Morsbacher Gespräche, betitelt „Wissenschaft vor Ort“ im Morsbacher Kulturbahnhof statt, und es hat sich tatsächlich schnell herumgesprochen, dass da etwas ganz Besonderes passiert. Der Raum war bis auf den letzten Platz besetzt, das Interesse am Vortrag des Bonner Neurochirurgen, Dr. Thomas Gasser, zum Thema „Das Böse ist in uns!“, groß.
Wissenschaft gehöre ins Zentrum der Gesellschaft, darum sei er der Einladung dieser außergewöhnlichen Initiative gerne gefolgt, erklärte auch Dr. Thomas Gasser zu Beginn seiner Ausführungen. Und die führten tief in das menschliche Gehirn, in die Forschung, die historische Medizin, aber auch zum aktuellen Stand der Funktionellen Neurochirurgie.
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Prof. Dr. Thomas Gasser, Beta Klinik Bonn.
22. Juni 2023
"Wissenschaft vor Ort" startete am 22. Juni 2023 die Themenreihe „Faszination und Schrecken - Gibt es das Böse?“
Ein Klärungsversuch des Philosophen Michael Bongardt
Der Philosoph Michael Bongardt von der Universität Siegen unternahm am 22.06 im Morsbacher Kultur-Bahnhof einen philosophischen Klärungsversuch zum Thema Faszination und Schrecken - Gibt es das Böse? Es war der Auftakt, die Themenreihe aus sechs unterschiedlichen Wissenschaftsbereichen von der Theologie bis zur Kriminologie zu betrachten. Bei dem Blick auf „das Böse“ geht es um die (un)heimliche Bewunderung; um die Faszination, die das Böse offenbar auf uns Menschen auszuüben vermag; um jene Macht, die uns zu zwingen scheint, gerade das zu tun, was wir nicht wollen.
19. April 2023
Zum Auftakt von "Wissenschaft vor Ort" sprach ein Philosoph in Morsbach
Die Kölnische Rundschau - OVZ vom 21.04.2023 von Katja Pohl
Was heißt Freiheit? Ist der Mensch frei, ist er wirklich selbstbestimmt? Oder gibt es wahre Freiheit überhaupt nicht? Es sind viele Fragen, die Professor Dr. Michael Bongardt von der philosophischen Fakultät der Universität Siegen im Morsbacher Kulturbahnhof anreißt, erläutert und in Zusammenhang mit unserer Lebenswirklichkeit setzt. Der Philosoph und Theologe ist am Mittwochabend auf Einladung von Michael Braun nach Morsbach gekommen. Braun ist einer der Studenten der Mittwochsakademie, die Bongardt anbietet und Gründer der Initiative „Wissenschaft vor Ort“.