Inhalte von Youtube werden aufgrund deiner aktuellen Cookie-Einstellungen nicht angezeigt. Klicke auf “Zustimmen & anzeigen”, um zuzustimmen, dass die erforderlichen Daten an Youtube weitergeleitet werden, und den Inhalt anzusehen. Mehr dazu erfährst du in unserer Datenschutz. Du kannst deine Zustimmung jederzeit widerrufen. Gehe dazu einfach in deine eigenen Cookie-Einstellungen.

Zustimmen & anzeigen

Wissenschaft vor Ort - Gedanken


Es gab in den letzten Monaten mehrere Phasen in denen ich gezweifelt habe und mich gefragt habe: Wozu eigentlich? Wer hört das? Was ändert das? Die Hoffnung, die dann kommt – dass es irgendwann wachsen wird, dass die kleinen Samenkörner, die wir säen aufgehen –, die fühlten sich manchmal an wie ein Echo der eigenen Ratlosigkeit.


Es gibt zwei Arten von Hoffnung. Die eine ist die, die uns hinhält und der wir uns wohlwollend fügen. Die uns sagt: Wird schon, irgendwie, irgendwann. Die opportunistische Hoffnung,  die uns glauben läßt, dass die Krise vorübergeht, die Brüche nicht so schlimm werden, alle zur Vernunft kommen, die Menschen wieder aufeinander zugehen und das demokratische Gemeinwohl schon hält. Das ist die Hoffnung, die nichts verändern will. Die sich kultiviert hat und die intuitiv ahnt, dass es schlimmer wird. Das ist die Hoffnung der Anpassung an bestehende Verhältnisse.


Dann gibt es eine andere Hoffnung. Die ist unbequemer. Weil sie fragt: Was kann ich tun? Was können wir tun? Nicht die große Geste, nicht die Revolution – sondern die kleinen Schritte, Menschen zu animieren, wieder nachzudenken, zu reflektieren, in kleinen Gruppen, in unserem Kulturbahnhof, in einem Raum, gemeinsam. Eine Wirkstätte des unbetreuten Denkens. 

Und vielleicht ist „Hoffnung“ das falsche Wort dafür. Es ist eher Zuversicht, Wille und Entschlossenheit.


Es ist die Weigerung, die Verhältnisse und Bedingungen für gegeben zu halten, in ihrem Status Quo zu akzeptieren. Die Bereitschaft, die Risse zu sehen, die Widersprüche, aber auch die Möglichkeiten. Eine solche Hoffnung ist kein Gefühl mehr, das uns überkommt oder verlässt. Sie ist eine Haltung. Eine Entscheidung. Nicht das Warten auf bessere Zeiten – sondern die Arbeit daran, sie bewusst herbeizuführen, jeder im Rahmen der eigenen Möglichkeiten - sich selbst erkennen und dem bedingungslosen Leben mit und in seinem Fähigkeiten. Sich mit anderen zu verbinden. Ich bin fest überzeugt, die nächste Währung ist nicht der digitale Dollar, Euro oder Bitcoin, sondern Nachbarschaft und Humanität. 


Als mir dies alles bewußt wurde, wurden meine Zweifel beherrschbar. Zusammen mit dem Zuspruch von so vielen Teilnehmern und Freunden hat sich die Zuversicht und Entschlossenheit gefestigt. 


Zusammen mit dem Team beginnen wir uns auf die neue Themenreihe vorzubereiten. 

Ab September startet in unserem Morsbacher Kulturbahnhof die Themenreihe "Krieg und Frieden"